Stellungnahmen & Vorträge

Kurzbericht über die Vorträge beim Forum 2012

Forum  St. Georgen am Längsee 2012

Jugend und Welt:

Gesellschaftliche Herausforderungen

an die Jugend als neuer Weg der Evangelisierung

1.      Referat

Jugendpastoral im Wandel der Zeit – Rückblick und Ausblick Univ.-Prof. Dr. Hildegard Wustmans, kath.-theologische Privatuniversität Linz

Jugend geht ab! Jugend geht los!

Verkündigung und Neuevangelisierung – Elternhaus!

Jugendstudie: 10 Jahre Religionsunterricht – uncool

„ästhetisch gewendete Jugendpastoral

Würzburger Synode:

„Außenorientierung“

a)      Individualisierung

b)      Selbstverwirklichung

c)      Genuss

Synode:

-          Glaubwürdigkeit: Taten statt Worte

-          Personales Angebot: Beispiele

-          Diakonie an der Jugend: selbstlos

-          Öffnung der Kirche

-          Umgestaltung der Gesellschaft

Konsequenzen:

-          Angebote müssen schön sein

-          Räume sollen schön gestaltet sein – Jugend bei der Gestaltung einbeziehen

-          Jugendseelsorger sollen auskunftsfähig sein

-          Seelsorger sollen auf ihr Äußeres achten

-          Seelsorger müssen sich in neuen Medien auskennen

-          Liturgie / Rituale sinnlich / emotional wirksam / erfahrbar. Alte Zeichen werden neu erkannt.

-          Kirche ist nicht alt, vielseitig, durchbricht alte Muster, die Welt soll schöner werden – ästhetische Jugendpastoral (religiöse) Events gehören dazu sowie diakonisches Engagement (z. B. KJ: 72 Stunden konkret!)

-          Ständige Weiterbilddung der Jugendseelsorger

-          Zusammenarbeit regional und diözesan.  

2.      Referat

Wie entdecken Kinder und Jugendliche den Glauben? Dr. Walter Krieger, Generalsekretär des Österr. Pastoralinstitutes (ÖPI), Wien

Umfrage von 3600 Kindern – alle Ergebnisse ähnlich

  1. Familie
  2. Gleichaltrige
  3. Schule
  4. Christliche Gemeinschaft / Gesellschaft

Ad 1.) 100 % entscheidend die Familie für religiöses Leben, Mitwirkung am Festtag, Gebet, Großeltern spielen eine wichtige Rolle (Paten dagegen keine).

Ad 2.) Freunde immer entscheidender, ob positiv oder negativ. Glauben zu teilen hilft sehr viel. Begegnungsmöglichkeiten schaffen!

Ad 3.) Schule spielt keine besondere Rolle.

Ad 4.) christliche Gemeinschaft: Priester muss cool sein. Keine komplizierte Sprache, nie langweilig, Kirchenimage

Liturgie:

Gestaltung , Musik liturgisches Ereignis, ästhetisch – wegbleiben aus Frust oder Desinteresse.

„Rückhalt aber kein Zwang!“

Frage nach Sinn, Leid, Gott  

3.      Referat

Religion und Kirche – warum sollen junge Menschen christlich glauben lernen? Rückfragen an die Jugendpastoral aus der Sicht der Österreichischen Jugendwertestudie Ass. Prof. MMag. Dr. Regina Polak, MAS, Universität Wien

-          Autonomie – Nein sagen können

-          Bildung und Ausbildung

-          Gemeinwohlverpflichtung / Solidarität

-          Familiengründung

Rückgang des Religiösen überall, aber nicht in Wien; stark bei unter 30jährigen

„Glaube ist kein zeitloses Phänomen“ (Polak)

Minderheit von 4 bis 10 % leben christlich, eine ganze Generation geht verloren, Jugend ist Gegenwart der Kirche,

Religionslehrer werden nicht gehört, Verlust der jungen Leute ist auch Frucht der Geschichte (Erblasten)

Religiöse Pluralisierung: 

Migration beschleunigt die Veränderung, normaler Vorgang; was heißt katholisch?

Wahrnehmungsänderung, Ende der Volkskirche, in Freiheit für den Glauben entscheiden, vom Recht auf Religionsfreiheit wird Gebrauch gemacht.

Kairologische und theologische Schwächen der Jugendpastoral. Migration? Lebenssituation begreifen!

Jugendpastoral muss sich ändern, „Heimat ist der Himmel“, Christen sind Pilger, in welcher Gesellschaft lebt die Jugend, lässt sich das Reich Gottes wahrnehmen?

Generationenkonflikt ßà spürbar, Jugendpastoral ist für alle wichtig! Die Kirche muss von ihrer Jugend lernen.

Zur Erinnerung: Mt 11,15 - den Weisen verborgen, den Unmündigen geoffenbart!

Zwischen Sicherheit und Zukunftsangst

Der Fehler der Kirche liegt in der Ausbildung. Die Kirche versteht die Sprache der Zeit nicht. Sie lebt in einem anderen Realitätsbereich.

Unsere Krise ist eine katstrophische Krise – nichts ist wie vorher / Nichts ist mehr wie früher (einmal).

Unsere Rezepte greifen nicht mehr, neu Welt, neues Denken, neue Strategie

METANOIA (neue Wahrnehmung) neue Denkformen, neue Wege.

Ignorierung der Veränderung geht nicht, Verweigerung der Realität führt nicht zum Erfolg.

Das Christentum bringt alles mit, kann sehr wertvoll mitwirken, Neuland des Denkens, Neuland der Bewertung der Phänomene.

Transformationskrise – Stimmungslage junger Menschen:

-          Jugend unter Druck, hohe Anforderungen, Druck steigt, gute Ausbildung keine Garantie, auch die Erfolgreichen unter Druck.

-          Angst vor Arbeitslosigkeit 75 %. Sogar Verzicht ist im Denkbereich

-          Kleines Glück: Familie, Beziehung, Kinder, Partnerschaft

-          Sinnhorizonte werden attraktiver

-          Desinteresse an traditioneller Politik

-          Sicherheitsstreben

-          1 / 3 für „starken“ Mann / einfache Lösungen

-          Ausländerfeindlichkeit

-          Globale Ängste - Zukunftsoptimismus

-          Spaßgesellschaft

-          Resignierte Skeptiker

-          Idealisten und Pragmatiker

Hoffnung = Orientierung nicht verlieren! Worauf hoffen wir? Kirche ist keine Option für Lösungen, liturgische Begleitung ist erwünscht, heilsame Unruhe statt Verweigerung.

Ist Sicherheit ein christlicher Wert? Wie gehen wir mit dem Mangel um? Gibt die Kirche Ansporn zu neuen Lebensformen? Tägliche Mission in der Nachbarschaft!

Hoffnungsträger/innen meist weiblich. Leistungsorientierte Idealistinnen, Gebildet und weiblich – keine Fixierungen; Lebensalternativen gesucht, sehr interessiert an religiösen Fragen.

Möchten selbstverantwortlich leben, hohe prosoziale Werte, religiöse Affinität, postchristliche Religiosität.

Gottesfrage:

Frage wird wichtiger, gottesfreundliche Religionslosigkeit, Gotteskrise ist Praxiskrise!