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Jugend geht (noch immer) ab

Jugend geht (noch immer) ab!

Unter dieses Motto stellte der Katholische Laienrat Österreichs sein diesjähriges „Forum österreichischer Katholiken 2012“, das vom 7. – 9. Juni in St. Georgen am Längsee stattfand. Das Forum verstand sich als Fortsetzung und Vertiefung der Pastoraltagung 2012 in  Salzburg, die unter dem Thema „Jugend geht ab“ stand.

Kirche und Jugend sind heute gemeinhin geradezu ntipoden, dennoch ist die Jugendpastoral für die Kirche(n), zugleich aber auch für die Gesellschaft unverzichtbar. Zentrale Fragen der Jugendarbeit sind dabei: Wie kann Jugendpastoral unter den heute schwierigen Bedingungen gelingen? Was sind ihre Ziele, mit welcher Einstellung der Jugendlichen zu Glauben, Kirche und Gesellschaft ist zu rechnen? Wie kann man Jugendliche dazu motivieren, Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen? Das waren nur einige der Fragen, die durch die Referent/innen/en und in den Gruppengesprächen behandelt wurden.

Eine grundlegende Einführung in den Problembereich bot u.a. Ass. Prof.in Regina Polak, Wien. Sie spannte den Bogen von der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse der Jugendwertestudie und anderer Studien über Schwächen der Jugendpastoral heute, bis zu Anlässen zur Hoffnung und zu Hoffnungsträger/inne/n. Dr. Walter Krieger, Generalsekretär des Pastoralinstituts, berichtete über Ergebnisse einer europaweiten Umfrage, wie Glaube bei Kindern und Jugendlichen grundgelegt wird und sich entwickelt. Univ. Prof.in Hildegard Wustmans, Linz, analysierte Ziele und Formen der Jugendpastoral (auch mit Blick auf deutsche Erfahrungen) und berichtete über Vorschläge für neue Schwerpunkte als Antwort auf die geänderte Situation der Jugendlichen aus Sicht der Pastoraltheologie.

Ein wichtiger Teil der Tagung waren Berichte von Mitgliedsorganisationen des Katholischen Laienrats über deren Arbeit für und mit Jugendlichen sowie über deren Ziele und Projekte. Eindrucksvoll vorgestellt wurden insbesondere Projekte und Jugendzentren der Katholischen Jugend Kärnten, die Assistenz und Wegbegleitung durch Salesianische Mitarbeiter/innen Don Boscos, und das spirituelle und bildungspolitische Engagement im MKV, aber auch die Sorge um Kinder und Jugendliche im Katholischen Familienverband wurde auf spezifische Weise präsentiert.

Schließlich kamen dazu noch ein sehr persönliches Zeugnis eines Pfarrers über die Jugendarbeit in seiner Pfarre sowie ein engagierter Bericht über die Weltjugendtage und ihre Nachhalleffekte für Einzelne, Jugendgruppen und Gesellschaft durch den Bundesjugendseelsorger. Dabei zeigte sich, dass neben den Formen traditioneller Angebote die Nutzung der neuen Medien zunehmend mehr Bedeutung gewinnt, insbesondere als Element der Kommunikation. Wichtig ist überdies, dass neben den Gruppenaktivitäten immer auch auf individuelle Bedürfnisse und Nöte von Jugendlichen zu achten ist.

Allen Beiträgen war zu entnehmen, dass der Dienst an den Jugendlichen nicht als Rekrutierungsarbeit zu sehen ist. Vielmehr muss es darum gehen, „den Jugendlichen eine Selbstverwirklichung zu ermöglichen, die sich an Jesus Christus ausrichtet“. (Dr. Wustmans)

Der Katholische Laienrat wird in Zukunft verstärkt dazu beitragen, die dargestellten Möglichkeiten der Jugendpastoral einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dabei wird es auch darum gehen, das Wirken der Mitgliedsorganisationen, die im Bereich der Jugendpastoral tätig sind, zu unterstützen. Und versuchen, die eine oder andere Organisation dazu zu gewinnen, neue oder zusätzliche Aufgaben in der Jugendpastoral zu übernehmen.

Allen Laienorganisationen muss bewusst sein, dass Jugendpastoral zu den ureigensten Aufgaben zählt, wollen sie heute und morgen im Sinne des Evangeliums wirken. Nach den Worten von Frau Professor Wustmans ist Jugend nicht nur Zukunft, Jugend ist vor allem auch Gegenwart.