Stellungnahmen & Vorträge

Resolutionen zur Abtreibung

Wir möchten Sie über die Resolutionen der letzten Vorstandssitzung informieren, um den Standpunkt des Katholischen Laienrates Österreichs in dieser Frage klar zu stellen. Zur Frage statistischer Erhebungen zur Abtreibung

Der KLRÖ hat wiederholt die Durchführung der geplanten und versprochenen "flankierenden Maßnahmen" zur Fristenlösung eingefordert. Der KLRÖ unterstützt daher auch die Forderung von Frau Staatssekretärin Christine Marek, anonyme statistische Erhebungen zur Abtreibung durchzuführen. Verlässliche Unterlagen über Zahl und Motive für Abtreibungen könnten eine bessere Grundlage für Maßnahmen zur Verhinderung von Abtreibungen und zur Unterstützung von schwangeren Frauen in Not bilden.

Zur Frage der rezeptfreien Abgabe der "Pille danach"

Der KLRÖ spricht sich mit Nachdruck gegen die Aufhebung der Rezeptpflicht für Präparate aus, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern sollen. Nach Aussagen von Fachleuten bedeutet die Einnahme dieser hochwirksamen Hormonpräparate eine wesentlich höhere Belastung des Organismus als andere Präparate, für die eine Rezeptpflicht ganz selbstverständlich ist. Es gibt auch wichtige Kontraindikationen, die nur durch Ärzt/innen/en festgestellt werden können.

Die Aufhebung der Rezeptpflicht würde wohl eine Verlagerung von Maßnahmen zur Geburtenregelung von der Vorbeugung zur nachträglichen Verhinderung bzw. Frühabtreibung verursachen. Das kann aus drei Gründen nur abgelehnt werden: Die Frauen, besonders die jungen Frauen, werden unter größeren Druck gesetzt, sexuelle Wünsche rasch zu erfüllen. Die hormonelle Belastung des Organismus ist wesentlich höher als bei vorbeugenden chemischen Präparaten. Schließlich wird eine frühabtreibende Wirkung in Kauf genommen. Denn die verharmlosende Behauptung, dass die "Pille danach" keine Abtreibung verursache, ist in dieser verallgemeinernden Form zurückzuweisen. Wenn diese Präparate verhindern, dass eine befruchtete Eizelle sich in der Plazenta einnisten kann, dann ist das eine Frühabreibung. Durch die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle erfolgt der entscheidende Vorgang, der ein mit allen Anlagen ausgestattetes menschliches Lebewesen begründet, auch wenn es im Laufe seiner Entwicklung noch viele zusätzliche fördernde Umstände braucht. Aus all diesen Gründen fordert der KLRÖ den Gesundheitsminister auf, von einer Befreiung der "Pille danach" von der Rezeptpflicht abzusehen.