Aktuelles

Resolutionen der ordentlichen Vollversammlung 2009

Die Vollversammlung des KLRÖ hat sich am 7. März 2009 im Haus der Begegnung in Eisenstadt, neben den statutarischen Angelegenheiten, in ihrem Studienteil mit den "Aufgaben und Chancen von Priestern in katholischen Laienorganisationen" und mit aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen beschäftigt. Sie hat die folgenden Resolutionen einstimmig beschlossen und einige andere Resolutionen vorbereitet und dem Vorstand zur Bearbeitung zugewiesen. Resolutionen der Vollversammlung des Katholischen Laienrates Österreichs am 7. März 2009 Stellungnahme zu Religionsunterricht und Ethikunterricht

Der Katholische Laienrat Österreichs sieht keine Veranlassung, wegen der aus verschiedenen Gründen wieder entstandenen Diskussion an der Wichtigkeit und Berechtigung des Pflichtfaches „Religion" innerhalb des österreichischen Schulsystems zu zweifeln. Der Religionsunterricht leistet auch einen sehr bedeutenden und unverzichtbaren Beitrag zur Behandlung der Sinnfrage, zur Werteerziehung, zur Information über Religionen und zur gesamtheitlichen Persönlichkeitsbildung, im Besonderen zur ethisch-religiös-philosophischen Bildungsdimension und den verschiedenen Bildungsbereichen.

Die im konfessionellen Religionsunterricht mögliche Lebenshilfe für den Einzelnen einerseits und die grundlegende Werteorientierung im Interesse der Gemeinschaft und der Gesellschaft andererseits können nicht durch einen Unterricht in „Religionskunde" bzw. einen - notwendigerweise - neutralen Ethikunterricht ersetzt werden. Der KLRÖ bekennt sich unverändert zur Freiheit der Religionswahl und deren Ausübung, auch in der Öffentlichkeit. Zur Diskussion um die Einführung des Ethikunterrichts als Regelfach in der Oberstufe der AHS und in den BMHS wiederholt der KLRÖ die Resolution, die von der Vollversammlung des KLRÖ am 7. 3. 2008 beschlossen worden ist. Der KLRÖ fordert in Übereinstimmung mit seinen früheren Aussagen zum Thema „Ethikunterricht" in der jetzigen Diskussion die Einführung des Ethikunterrichtes als Regelfach in der Oberstufe der AHS und in den BMHS: - Da die Zahl der nicht am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmenden Schüler/innen (weil sie ohne religiöses Bekenntnis sind oder sich vom konfessionellen Religionsunterricht abgemeldet haben oder ihnen kein Religionsunterricht ihrer Konfession angeboten werden kann) gerade in den Oberstufen der AHS und den BMHS ständig zunimmt, entspricht es dem § 2 (1) SchOG, diesen Schüler/innen stattdessen einen Pflichtgegenstand „Ethik" zu bieten, damit auch diese Schularten verstärkt „an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten ... mitwirken" können. - Zwar ist es Aufgabe der Lehrer/innen aller Gegenstände, die ethisch-religiös-philosophische Bildungsdimension zu berücksichtigen, aber gerade die Schüler/innen dieser Altersstufe brauchen tiefer gehende Informationen sowie Formen der reflektierenden Auseinandersetzung mit ethischen Werten sowie deren weltanschaulichen bzw. religiösen Begründungen. - Die derzeit in etwa 150 Schulen laufenden Schulversuche zum Ethikunterricht und deren Evaluation liefern genug Informationen und Begründungen, diesen Gegenstand an allen AHS-Oberstufen und BMHS als Regelfach einzuführen. - Es ist uns bewusst, dass diese Einführung nicht kostenneutral erfolgen kann. Wir sind aber überzeugt, dass der Staat in Erfüllung der Aufgabe der Schulen zur Übernahme der entsprechenden Kosten verpflichtet ist und dass es im Interesse des Staates und der Gesellschaft, vor allem aber im Interesse der Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen selbst liegt, dass die Jugendlichen zur Beschäftigung mit Werten und ethischen Problemen und zur verantwortlichen Urteilsbildung geführt werden. - Es muss festgelegt werden, welche Grundausbildung bzw. ergänzende Ausbildung die Lehrer/innen dieses Faches brauchen und erwerben müssen. Wenn diese Ausbildung nachgewiesen ist, darf dann keiner Gruppe von Lehrer/inne/n die Berechtigung zum Unterrichten verweigert werden.  - Es müssen einheitliche Lehrpläne geschaffen werden. Forderung nach Verwirklichung der bedarfsorientierten Mindestsicherung Der KLRÖ begrüßt, dass die Verhandlungen der Regierungsparteien über die bedarfsorientierte Mindestsicherung zu einer, wenn auch nicht in allen Einzelheiten zufrieden stellenden Lösung geführt haben. Er hofft, dass eine gesetzliche Regelung zum ehestmöglichen Zeitpunkt unter Beachtung des Prinzips der Subsidiarität in Kraft tritt, damit so ein wichtiger Beitrag zur Sicherung von menschenwürdigen Lebensbedingungen in der österreichischen Gesellschaft geleistet werden kann. Forderung nach Schaffung eines staatlichen Hilfsfonds für Schwangere in Not Der Katholische Laienrat Österreichs unterstützt die Forderung der „Aktion Leben" nach einem staatlichen Hilfsfonds für Schwangere in Not. Keine Frau sollte sich aus Not - welcher Art auch immer - gezwungen sehen, eine Schwangerschaft abzubrechen. Schwangerschaftsberatungsstellen sollten deshalb rasch und unbürokratisch Hilfe leisten können. Aufruf zur Teilnahme an den Europawahlen Der KLRÖ hat die Entwicklung der Europäischen Union besonders seit dem Beitritt Österreichs stets aufmerksam verfolgt und nach Kräften unterstützt. Der KLRÖ sieht auch weiterhin in der kontinuierlichen Entwicklung und Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb der EU die wichtigste Chance für das große Friedensprojekt „Europa". Der KLRÖ hat auch wiederholt durch konstruktive Vorschläge und Kritik versucht, bei der Entwicklung der EU zu einer auf der Idee der Menschenwürde basierenden Wertegemeinschaft beizutragen. Deshalb sind dem KLRÖ die Realisierung und die weitere Entwicklung einer verstärkt wertebewussten und demokratischen EU, in deren Mittelpunkt der Mensch steht, ein Anliegen. Außerdem werden die wichtigen Entscheidungen zunehmend auf europäischer Ebene gefasst. Die einzige von allen EU-Bürger/inne/n in direkter Wahl bestimmte Institution ist das Europäische Parlament, das am 7. Juni 2009 neu gewählt wird. Der KLRÖ fordert daher alle seine Mitglieder auf, diese wichtige Möglichkeit zur Mitbestimmung auf Europaebene zu nützen, sich über politische Fragen, die heute auf europäischer Ebene entschieden werden, zu informieren und an der Wahl teilzunehmen.