Aktuelles

Resolutionen Vollversammlung vom 24.8.2003

Zum Mitteleuropäischen Katholikentag:

Der Katholische Laienrat Österreichs fordert seine Mitglieder auf die Angebote des Mitteleuropäischen Katholikentags anzunehmen. Das soll dazu führen,
  • die Partnerländer und ihr christliches Erbe im Laufe dieses Jahres in ihrer Vielfalt besser kennen zu lernen,
  • Partnerschaften zwischen Diözesen, Pfarren und auch Laienorganisationen zu begründen bzw. zu erweitern,
  • in den Symposien gemeinsam Vorschläge für die Gestaltung der gemeinsamen Zukunft in Europa zu erarbeiten,
  • die Bedeutung des gemeinsamen christlichen Erbes für die zukünftige Gesellschaft Europas herauszustellen.

Zur verbrauchenden Embryonenforschung:

Die Vollversammlung des Katholischen Laienrats Österreichs appelliert an die Mitglieder des Forschungsministerrates, im Gegensatz zu dem Beschluss der Europäischen Kommission vom 9.7.2003 der Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung durch EU-Mittel nicht zuzustimmen. Auch die Festlegung eines Stichtags verkennt das Hauptproblem, dass zur Ermöglichung der Forschung Embryonen zerstört werden. Verbrauchende Embryonenforschung ist in einer Reihe von Mitgliedsstaaten der EU verboten. Andere Mitgliedsstaaten beraten über ein gesetzliches Verbot. Daher darf Forschung, die Menschen (im Frühstadium) zerstört und ethisch und moralisch so umstritten ist, nicht durch europäische Steuermittel gefördert werden, zu deren Aufkommen auch jene Länder beitragen müssen, in denen diese Forschung verboten ist. Die knappen Steuermittel sollen für solche alternative Forschungsprogramme auf dem Gebiet der Stammzellenforschung verwendet werden, die hoffen lassen, dass ethisch nicht umstrittene Forschung auch die gewünschten Ziele anstreben kann (z.B. Forschung mit adulten Stammzellen, mit Stammzellen aus Fruchtwasser). Der KLRÖ dankt Frau Bundesministerin Gehrer für ihre Aussage, dass sie verbrauchender Embryonenforschung nicht zustimmen wird und zumindest eine Verlängerung des Moratoriums für Stammzellenforschung durchsetzen will.

Zur neuen Diskussion über aktive Euthanasie:

Der Katholische Laienrat Österreichs spricht sich mit größtem Nachdruck gegen eine Legalisierung von freiwilliger und vom Kranken gewünschter aktiver Sterbehilfe sowie gegen eine Legalisierung von durch medizinisches Personal unterstütztem Selbstmord aus. . Alle Formen aktiver Euthanasie widersprechen zutiefst der Menschenwürde. Der KLRÖ sieht daher keinen Grund, in diesen beiden Punkten die Empfehlung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Nr. 1418 (1999) betreffend den „Schutz der Menschenrechte und der Würde todkranker und sterbender Menschen“ erneut in Diskussion zu bringen. Der KLRÖ erinnert auch die politischen Parteien in Österreich an die klare Ablehnung der Euthanasie durch die Enquete des österreichischen Parlaments und erinnert an die Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen Österreichs zum menschenwürdigen Sterben vom 14.1.2000. Der KLRÖ fordert alle politischen Verantwortungsträger auf, auch in den europäischen Gremien kompromisslos gegen diese menschenunwürdigen Formen des Lebensendes aufzutreten. Der KLRÖ sieht hingegen dringende Aufgaben der Gesellschaft in der Förderung der Palliativmedizin und des Hospizwesens und der Anerkennung von Patientenverfügungen über das Einstellen lebensverlängernder Maßnahmen.

Zur Corporate Social Responsibility-Initiative:

Die Vollversammlung am 14.3.2003 hat der CSR-Initiative von Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit die Mitarbeit angeboten. Friedrich Macher arbeitet im Auftrag des KLRÖ in der Arbeitsgruppe mit, die unter dem Motto „Wirtschaftlicher Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung“ im Herbst 2003 ein Leitbild für Unternehmen erstellen soll. CSR ist „ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“. Der Katholische Laienrat Österreichs unterstützt die Bemühungen der CSR(Corporate Social Responsibility) -Initiative für nachhaltige Entwicklung, die „eine ausbalancierte, gemeinsame und gleichberechtigte Behandlung der drei Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales“ sicher stellen sollen, und beauftragt Friedrich Macher weiter mit der Vertretung des KLRÖ in der CSR-Initiative.

Zum arbeitsfreien Sonntag:

Der KLRÖ hält eine neuerliche Diskussion über die Öffnung von Handelsbetrieben am Sonntag für entbehrlich. Der Konsens, den Sonntag als grundsätzlich gemeinsamen arbeitsfreien Tag zu erhalten, der auch in dem gerade beschlossenen Ladenöffnungsgesetz vorausgesetzt wird, muss unbedingt beibehalten werden. Deshalb unterstützt der KLRÖ auch weiterhin die Bestrebungen der "Allianz für den freien Sonntag".