Stellungnahmen & Vorträge

Volksbegehren gegen “Kirchen-Privilegien”

Die Vollversammlung des KLRÖ hat sich in einer Resolution grundsätzlich gegen die Intentionen und den manipulativen Stil des Volksbegehrens gegen sogenannte "Kirchen-Privilegien" ausgesprochen.

Der derzeit bekannte Text dieses Volksbegehrens, das eigentlich gegen Religionen und Kirchen insgesamt gerichtet ist, enthält zahlreiche Falschaussagen, Halbwahrheiten und fordert Diskriminierungen, die in einer aggressiven und herabwürdigenden Diktion angehäuft werden. Der Text und die „Argumente“ nehmen die durch die Verfassung garantierte Religionsfreiheit einerseits und die gesellschaftlichen Beiträge und Leistungen der Religionsgemeinschaften für die Allgemeinheit, auch für die Nichtglaubenden, andererseits nicht zur Kenntnis und vertreten einen kämpferischen Laizismus, der den wohlverstandenen Menschenrechten widerspricht und in Österreich auch keine Tradition hat.

Es ist schwer und wohl auch nicht erfolgversprechend, auf diesem Argumentationsniveau in einen Dialog einzutreten. Ein solches „Volksbegehren“ zu unterstützen, würde bedeuten, die bei grundsätzlicher Trennung von Kirche und Staat partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staat und Religionsgemeinschaften in Österreich zum Schaden aller Mitbürger/innen zu zerstören.