Die Ordentlichen Vollversammlung des Katholischen Laienrats Österreichs am 23. März 2001 in St. Pölten hat folgende Resolutionen beschlossen:
Zum “Dialog für Österreich”
Der KLRÖ erwartet die Weiterführung des “Dialogs für Österreich”. Der KLRÖ ermutigt jene Bischöfe und jene vielen Gruppen von Laien, die bisher trotz vieler Hindernisse versucht haben, diesen “Dialog für Österreich” aufrecht zu erhalten. Der KLRÖ wird sich selbst der Fortsetzung des Dialogs und dabei besonders dem Fragenbereich “Stellung des Laien in Kirche und Gesellschaft” widmen.
Zum “Jahr der Berufung”
Die Vollversammlung des KLRÖ erneuert ihre Aufforderung an alle Mitgliedsorganisationen, Bewusstseinsbildung, Aktionen und Veranstaltungen zum “Jahr der Berufung” in ihren Programmen für die Zeit 2001/2002 zu berücksichtigen.
Zu den Pfarrgemeinderatswahlen 2002:
Die Vollversammlung des KLRÖ ermutigt alle Mitgliedsorganisationen und Einzelmitglieder sich für die Pfarrgemeinderatswahlen 2002 zu engagieren, die Mitarbeit von Laien in den Pfarrgemeinderäten zu fördern und Möglichkeiten und Freiräume zu nützen und auszubauen.
Zu einer Großveranstaltung 2003:
Die Vollversammlung des KLRÖ unterstützt die Pläne, im Jahre 2003 einen gesamtösterreichischen Impuls der Erneuerung der Katholischen Kirche Österreichs zu setzen. Aktivitäten und Einzelveranstaltungen bis dahin sowie eine gemeinsame Abschlussveranstaltung in Wien sollen die Verkündigung und den Dienst der Christen in unserer Zeit fördern, beleben und darstellen.
Die Veranstaltungen sollen Begegnungen mit den anderen christlichen Konfessionen und mit den Christen benachbarter Völker ermöglichen.
Der KLRÖ und seine Mitgliedsorganisationen sind zur Mitarbeit, zur Mitgestaltung und zum Mitfeiern bereit.
Zur aktiven Sterbehilfe:
Der Katholische Laienrat Österreichs spricht sich anlässlich der erneuten Diskussion um aktive Sterbehilfe eindeutig und nachdrücklich gegen jede Form der aktiven Sterbehilfe aus, d. h. auch gegen jede Beihilfe zum Selbstmord. Der KLRÖ lehnt daher auch alle Vorschläge zu einer Legalisierung der Beihilfe zum Selbstmord ab.
Der KLRÖ begrüßt und unterstützt andererseits alle Bemühungen, Einrichtungen zur Sterbebegleitung (z.B. Hospize, wenn möglich in vertrauter Umgebung) auszubauen und die Palliativmedizin zu fördern.
Zu Fragen des Asylrechts:
Als Fortführung der Forderungen, die der KLRÖ im Jahre 2000 an die im Parlament vertretenen Parteien gerichtet hat, unterstützt der KLRÖ die Forderung, dass im Asylverfahren die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung sinnvollerweise mit einer Arbeitsbewilligung verbunden werden sollte.
Zu Familienzusammenführung bei Ausländern:
Familienzusammenführung (Eltern und Kinder) soll in der Frage der Aufnahme von Ausländern in Österreich vorrangig behandelt werden.
Zur Lage im Heiligen Land:
Wir sind tief betroffen über die nicht endende Welle der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt im besonderen den Opfern der Gewalt, welcher Seite sie auch angehören. Wir verurteilen entschieden jede Form von Terrorismus, aber auch jede Form exzessiver Gewaltanwendung, vor allem gegen Unschuldige, auch wenn diese im Zuge von polizeilichen oder militärischen Maßnahmen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung erfolgt. Als Christen sind wir zutiefst davon überzeugt, dass die Spirale von Rache und Vergeltung durch den Weg des Dialogs, der geprägt ist von der Achtung vor der Würde und den Rechten des anderen und der zur Versöhnung führt, überwunden werden muss, auch wenn dies vielen zum gegenwärtigen Zeitpunkt als aussichtslos erscheinen mag. Gerade als Christen fühlen wir uns mit den Menschen im “Heiligen Land” - der Heimat von drei Weltreligionen - zutiefst verbunden; daraus folgt für uns die Verpflichtung, uns in Wort und Tat für eine gerechte und friedliche Lösung dieses furchtbaren Konflikts einzusetzen.
Im besonderen wenden wir uns an die Gläubigen aller Religionen: die Religion darf niemals zur Legitimation ungerechter Gewalt, von Unterdrückung oder zur einseitigen Durchsetzung politischer Ziele auf Kosten der Rechte anderer missbraucht werden. Der Weg zu einer gerechten und dauerhaften Lösung ist nur möglich, wenn die Würde und die Rechte aller Betroffenen geachtet werden. Als gläubige Menschen rufen wir dazu auf, die geistliche und moralische Kraft des Glaubens an den “einen Gott und Vater aller Menschen” zur Überwindung von Hass und Gewalt und für den Weg des Dialogs und der Aussöhnung einzusetzen.
Wir appellieren daher an die Verantwortlichen in Politik und Religion sowie an alle Menschen guten Willens, sich entschieden für die Wiederaufnahme eines Dialogs einzusetzen, bei dem Lösungen gesucht werden, die für alle Gruppen lebbar sind und die die Rechte aller sowie ihre legitimen politischen, ökonomischen und religiösen Bedürfnisse respektieren. Im besonderen erachten wir es für entscheidend, den Einfluss von Gruppierungen, die Gewaltlösungen und Terrorismus entweder befürworten oder sogar als politisches Mittel einsetzen, so weit wie möglich zurückzudrängen und in den jeweiligen Gemeinschaften die Bereitschaft zum Dialog, so schwer dies auch betroffenen Menschen angesichts immer neuer Opfer fallen mag, nach Kräften zu ermutigen und zu fördern.
Mag. Wolfgang Rank
Präsident des KLRÖ